Zurück in die fünfziger Jahre
The houserockin´nightcats im Heidenheimer Café Balzac
Heidenheimer Zeitung, 03.11. 2005
Im zweiten Anlauf hat´s geklappt: Das bereits für den 24. Oktober angekündigte Konzert mit The houserockin´nightcats, das wegen Erkrankung eines Musikers ausfallen musste, fand nun am vergangenen Montag im ausverkauften Café Balzac in Heidenheim statt. Der Auftritt der vier Rock-Kater brachte allerbesten Fifties West Coast Jump und Chicago Blues nach Heidenheim.
Das Quartett um Sänger und Gitarrist Peter Pelzner wirkte mit seinem Retro-Blues Look unvergleichlich stilecht in der malerischen Caféhaus- Atmosphäre, und so mancher Besucher fühlte sich in die goldenen 50er Jahre zurückversetzt. Obwohl diese Musikrichtung früher hauptsächlich von farbigen Amerikanern gespielt wurde, brachten die Nightcats Stücke wie Tell me what´s the reason aus der Feder von T-Bone Walker authentisch zum Ausdruck. Drei der Musiker kommen aus Nürnberg, der Mann an der Mundharmonika, Marcus Grundmann, ist jedoch ein waschechter Hürbener. Gerade Grundmann und Pelzner waren es, die sich immer wieder gegenseitig aufheizten und damit wie bei Rock this morning oder Baby you don´t have to go donnernden Szenenapplaus erhielten. Überhaupt harmonierten die vier Bluesmusiker ausgesprochen gut miteinander und ihre Spielfreude und gute Laune übertrugen sich schon während der ersten Songs auf das Publikum.
Immer wieder wechselten sich fetzige Stücke, in denen man die Wurzeln des Rock´n Roll nur all zu deutlich erkennen konnte, mit getragenen Bluesstücken wie Honest I do von Jimmy Reed ab. Vor allem in diesen Stücken konnte man regelrecht fühlen, wie sehr Pelzner seine cutest little woman verehrt. Obwohl die Nightcats nach eigenem Bekunden nur Lieder von Toten spielen, die nur von Frauen handeln, gab es doch auch jede menge fröhliche Stücke wie Oh Baby, in denen Grundmann an der Harp sein ganzes Können zeigte und mächtig ins 50er Jahre Mikro blies. Bei den Klängen von Midnight Blues konnte man die Einsamkeit, die darin besungen wird, buchstäblich mitempfinden.
Der momentan stimmlose Johnny Pickel am Bass,
.und Pelzner an der Gitarre lieferten sich hierbei einen gelungenen musikalischen Wettstreit, bei dem deutlich wurde, dass man Blues nicht spielen, sondern nur fühlen kann. An den Drums zeigte Horst Killer Faigle mit A Big Boss Man ein furioses Schlagzeugsolo, ohne dabei den Bluesrhythmus zu verlassen. Bei Shake your hips konnte keiner mehr im Raum stillsitzen, und auch bei den Zugaben wie Certainly all sangen die Gäste lauthals mit
Stefan Hitzler