Intensive Blues-Dialoge

Heidenheimer Neue Presse, 04.11. 2005

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben: „The houserockin´nightcats“ grooven im Café Balzac

Den für den 24. Oktober angekündigten Auftritt im Heidenheimer Café Balzac mussten die „houserockin´nightcats“ krankheitsbedingt absagen. Doch aufgeschoben ist bei den Nachtkatzen keineswegs aufgehoben: Sieben Tage später präsentierte sich die Bluesband im Balzac wieder putzmunter und gewohnt spielfreudig.

Sie grooven den Blues wie bei ihrer Vorläuferband „Blues Breeze“: Marcus Grundmann (Harp) und Peter Pelzner (Gitarre und Gesang) rockten gehörig los und spielen ihr Heidenheimer Debüt bravourös. Im vollbesetzten Cafe Balzac erklangen vor begeistertem Publikum die Spielarten der Bluesstile von Chicago bis Los Angeles. Mit etlichen Reminiszenzen an die alten Meister. Ob Shuffle, Jump, Boogie oder jazzorientiertes Walken: die Rhythmusgruppe mit Johnny Pickel (Kontrabass) und Horst Faigle (Schlagzeug) trieb die Solisten immer wieder zu steigernder Ekstase und knackigen instrumentalen Höhepunkten.

„The houserockin´ nightcats“ entdecken die schönsten Harp-Songs aus dem Repertoire von Little Walter, Georg „Harmonica“ Smith und kramen in den Songkisten von Willie Dixon, Jimmy Reed oder Johnny Guitar Watson. Besonders aber die Songs von T-Bone Walker mit den großartig adaptierten Gitarrensoli von Peter Pelzner ließen ein“Easy-feeling“ aufkommen, bei dem besonders beeindruckte, wie die Mundharmonika ganze Bläsersätze übernahm.

Da freute man sich über den respektvollen Umgang der Nachtkatzen mit den Klassikern und bewunderte zugleich den kreativen Anspruch ihrer Arrangements. Und man merkte den Bluesern ihre unbändige Spielfreude an, wenn sie sich gegenseitig instrumental anfeuerten und die Stimmung auf den Siedepunkt brachten.

So war es denn auch nicht verwunderlich, dass das dankbare Publikum die Musiker erst nach einigen Zugaben von der Bühne entließ.

Bernd Ortlieb