Stilechter Blues mit den „Houserockin’  Nightcats“

Vier Kater holten die Westcoast nach Leinzell

Markus Herrmann, Rems-Zeitung - 26.02.2007

Die Blues-Nachtkatzen machten am Samstag Dampf: die vier Rock-Kater von „The Houserockin’ Nightcats“ brachten im Cafè Leinmüller allerbesten „Fifties West coast jump“ und Chicago Blues nach Leinzell.
Das Quartett um Sänger und Gitarrist Peter Pelzner wirkte mit seinem Retro-Blues Look unvergleichlich stilecht in der warmen Cafèhaus-Atmosphäre. So mancher Besucher fühlte sich in die goldenen 50er Jahre zurückversetzt. Obwohl diese Musikrichtung früher hauptsächlich  von farbigen Amerikanern gespielt wurde, brachen die Nightcats Stücke wie „Tell me what’s the reason“ aus der Feder von T-Bone Walker authentisch zum Ausdruck.  Drei der Musiker kommen aus Nürnberg, der Mann an der Mundharmonika, Marcus Grundmann, ist jedoch ein echter Hürbener. Gerade Grundmann und Pelzner waren es, die sich wieder gegenseitig aufheizten und dafür – wie bei „Rock this morning“ oder „Baby you don’t have to go“ donnernden Szenenapplaus erhielten. Überhaupt harmonierten die vier Bluesmusiker ausgesprochen gut miteinander und ihre Spielfreude und gute Laune übertrugen sich schon während der ersten Songs auf das Publikum. Immer wieder wechselten sich fetzige Stücke, in denen man die Wurzeln des Rock’n Roll deutlich erkennen konnte, mit getragenen Bluesstücken wie „Honest I do“ von Jimmy Reed ab.  Vor allem in diesen Stücken konnte man regelrecht fühlen, wie sehr Pelzner seine „cutes little woman“ verehrt. Obwohl die Nightcats nach eigenem Bekunden nur „Lieder von Toten spielen, die nur von Frauen handeln“, gab es doch auch jede Menge fröhliche Stücke wie „Oh Baby“, in denen Grundmann an der Harp sein ganzes Können zeigte und mächtig ins 50er Jahre-Mikro blies. Bei den Klängen von „Midnight-Blues“ konnte man die Einsamkeit, die besungen wurde, buchstäblich mitempfinden. Johnny Pickel am Bass und Pelzner an der Gitarre lieferten sich hierbei einen gelungenen musikalischen Wettstreit, bei dem deutlich wurde, dass man Blues nicht spielen, sonder nur fühlen kann. An den Drums zeigte Horst  „Killer“ Faigle mit „A Big Boss Man“ ein furioses Schlagzeugsolo, ohne dabei den Bluesrythmus zu verlassen. Bei „Shake your hips“ konnte keiner mehr im Raum stillsitzen und auch bei den Zugaben wie „Certainly all“ sangen die Gäste lauthals mit.