Blues für späte Kneipengäste

Nürnberger Nachrichten, 25.01.2006

Die „Houesrockin´Nightcats“

Das Interieur zeugt von Liebe fürs Detail: Farbtöne in verschiedenen Abstufungen von Terrakotta an den Wänden, Mosaiknatursteinboden, viel Holz, eine Eisentreppe. An der Bar leuchtet eine Neonreklame. Man kennt das Ambiente aus dem Magazin „Schöner Wohnen.“ Im Obergeschoß steht auf dem abgedeckten Billardtisch eine Zimmerpflanze, natürlich im Terrakottaübertopf, man kann kickern oder sich am Glücksspielautomaten versuchen. Ein bisschen erinnert das „Cramer 15“ in der Hinteren Cramersgasse an einen gehobenen Jugendtreff für Erwachsene.

An diesem Abend geben sich die „Houserockin´ Nightcats“ die Ehre. „The Blues is in da house“ oder auch auf Fränkisch „Blues wird gspilld“, kündigt Sänger und Gitarrist Peter Pelzner an. Und zwar Blues im Stil der 40er und 50er Jahre par excellence, mit großartiger Gitarre, frischem Gesang und einer Rhythmusgruppe, die den Sound der Band ungemein bereichert. An der Lautstärke wird auch nicht gespart. „Wir machen Musik für Leute, die bis spät in der Nacht in der Kneipe bleiben und Alkohol konsumieren“, beschreibet der Sänger die „Houesrockin´ Nightcats“ Und wer erkennt sich in dieser Beschreibung nicht wieder – zumindest von Zeit zu Zeit?

Mit ironischer Distanz

Den Blues haben, und dennoch nicht ganz die ironische Distanz zu seinem Weltschmerz verlieren: darum geht es den „Houserockin´ Nightcats“. Und natürlich um Liebe. Bassist Johnny Pickel zelebriert den „Telephone Blues“. „Kein Schwein ruft mich an“, wäre wohl das deutsche Äquivalent.

Musikalisch versiert geben die „Houserockin` Nihgtcats“ zum Besten, wie Männer leiden, wenn die Angebetete nicht anruft: „Please Tell Me What´s All Going Wrong!“ Das Publikum schmunzelt, schön, dass der Blues immer so treffend vom wahren Leben erzählt. Man wippt mit und bleibt relaxt auf den Stühlen.